So leicht geht das: Socialmedia-Kommunikation dank dem ‚Stammtisch-Prinzip‘!

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Sind Sie als Facebook-Seitenbetreiber manchmal verunsichert, was Sie da eigentlich so posten sollen in Socialmedia? Bekommen Sie manchmal Angst, wenn Ihnen wieder Expertentipps begegnen, die Ihnen sagen: „Tun Sie dies! Lassen Sie unbedingt das!“? Weil Sie gar nicht mehr verstehen, was denn nun richtig oder falsch ist?

Als Seitenbetreiber könnte man angesichts der Masse an Tipps glatt denken Menschen und Kommunikation sind ein Widerspruch. Alle müssen erst lernen wie’s geht, damit das „Gespräch“ funktioniert, so dass immer mehr Fans & Follower kommen, bleiben und mitreden.  Aber ist das wirklich so? Müssen Menschen (Unternehmen/Seitenbetreiber) erst lernen wie man sich richtig unterhält? Damit die Fans ausreichend ‚bespaßt’ werden und der Betreiber auch ja nichts „Falsches“ tut?

Ich halte das für übertrieben, wenn man Kommunikation auf das Wesentliche reduziert: Das Stammtisch-Prinzip…

Gute Kommunikation – ist das wirklich so schwer?

Versuchen wir die Tipps rund um Reichweitenaufbau, Relevanz und die vielen Fachbegriffe wie EdgeRank, Socialmedia Storytelling, Empfehlungsmarketing, Contentstrategie, Socialmedia Redaktionsplanung, Monitoring, Crowd-Sourcing usw., die einem Seitenbetreiber da manchmal um die Ohren fliegen, auf das Wesentliche zu reduzieren. Und den Kommunikationsablauf in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Ob das geht?
Ich ziehe ein lebensnahes Beispiel heran, das jeder so oder so schon mal erlebt hat oder immer wieder erlebt, nennen wir es:

Kommunizieren im Socialweb: Das Stammtisch-Prinzip!

Abends beim Stammtisch in der Kneipe auf ein Bier (oder Wässerchen) mit Freunden (und Interessierten): egal, ob’s der Stammtisch des Kleingärtnervereins ist, die Elterngruppe, die über die Schule plaudert, die Mitglieder des Sportvereins oder einfach die Technikinteressierten, die sich über die neuesten Gadgets unterhalten wollen. Ganz egal – alle eint, dass sie ein gemeinsames Thema haben, das sie zusammenführt.
  1. Optimale Zeit?

    Ja, richtig, abends: Also zu einer Zeit, wo Freunde, Bekannte und Interessierte eines haben: Zeit! Nicht mittags, nicht morgens – also ist das einfach die passende Zeit! Und ich weiß genau: Da bleibe ich nicht allein, wenn ich etwas zu erzählen hab, weil keiner zuhört oder da ist!
    (Faktor Posting-Zeit berücksichtigen! Logisch #check)

  2. Welcher Turnus?

    Von meinem Stammtisch weiß ich genau: Der findet immer dienstags statt – da kann ich mich drauf verlassen!
    (Faktor Regelmäßigkeit berücksichtigen! Auch logisch #check)

  3. Welche Darstellungsformen?

    Wenn man sich trifft und quatscht, soll’s irgendwie unterhaltend sein. Irgendwer (jemand, der ‚den Hut aufhat’) fängt meist an zu einem Thema zu erzählen, z.B. über seine jüngsten Erfahrungen (Garten, Schule, Hobby oder Technik), zeigt vielleicht Fotos oder sogar einen Film vom letzten Treffen (denn er hat sich darauf vorbereitet) und dann – plaudern nach und nach alle zum Thema los.
    (also: Faktor Geschichten erzählen, die interessieren, Storytelling + Contentstrategie! Logisch #check)

  4. Welche Motivation?

    Warum kommt man denn eigentlich hin zum Stammtisch?
    a) Weil einen das Thema interessiert (Faktor: Relevanz) #check
    b) Weil man einen kennt, der einen kennt, der da ist oder eben Freunde und Bekannte trifft (Faktor: Netzwerk) #check
    c) weil man gehört/gelesen hat (oder erzählt bekam), dass es da total gut sein soll (oder stand das nicht sogar irgendwo? (im Netz: bei Twitter, Facebook, XING; in der Zeitung)
    (Faktor: Empfehlungsmarketing, begleitende PR, oder: Social Advertising – auch logisch: #check)

  5. Kundenbindung? Empfehlungsmarketing?

    So, nun ist man das erste Mal dabei gewesen und findet es im besten Fall total klasse:
    – kommt wieder
    – erzählt anderen davon
    Und dann ist man wieder und wieder dabei und freut sich, einen schönen Abend verbracht zu haben!
    (Faktor: Fans generieren, als Empfehler gewinnen und binden…) … logisch: #check

  6. Monitoring?

    Und hier könnte die Geschichte eben auch anders weiter gehen:
    – irgendwann wird’s langweilig, ich ziehe mich zurück
    – ich hab weniger Zeit, also bleibe ich öfter fern, hab sowieso gehört, dass da nicht mehr so viel los ist wie früher!
    – Ich treffe Menschen, die haben auch ganz andere Interessen und das interessiert mich jetzt einfach mehr. Also gehe ich zu deren „Stammtischen“ und ziehe weiter!
    – Ich hab einfach mal nen schlechten Abend oder zwei, drei und rede weniger mit. Aber ich weiß, wenn ich wieder voll auf der Höhe bin, steig ich wieder ein. Schließlich ist’s nett da und ich schau immer gerne da vorbei!
    – Ich hab gehört, da wurde schlecht geredet. Über irgendwen. Das find ich doof. Das stört mich, wenn die so reden. Da gehe ich nicht mehr hin!
    – Ich hab so interessante Menschen kennengelernt, dass wir uns jetzt nicht nur hier, sondern auch woanders regelmäßig treffen (wollen.)
    (Faktor: Besucherverhalten beobachten, also Monitoring! Logisch, #check)

  7. Kundenumfragen? Crowd-Sourcing?

    Im besten Fall fragt man als ‚Stammtisch-Organisator’ regelmäßig (und rechtzeitig) nach, ob alle zufrieden sind, fragt nach Vorschlägen, wie man was (noch) besser machen könnte, wer sich wie beteiligen möchte usw.
    Natürlich auch woran es denn gelegen hat, wenn jemand länger nicht mehr kommt. Und – wenn es mehr werden, die regelmäßig nicht mehr dabei sind?
    a) mal nachfragen, was denn „fehlt“…
    b) die anderen integrieren, um Vorschläge zu machen, was man besser/anders machen könnte…
    c) die Vorschläge ernst nehmen und wirklich einbinden/umsetzen!
    (Faktor: Kundenbefragung und Einbeziehung + Verbesserung der Kundenzufriedenheit anstreben! Logisch: #check!)

  8. Optimierung und Neustart!

    Und nach der Auswertung verändern sich vielleicht die Parameter:
    – Der Stammtischtermin wird verlegt (Uhrzeit, Tag, Turnus)
    – Die Inhalte werden (neu oder anders) aufbereitet, besser strukturiert oder organisiert
    – Die Teilnehmer ändern sich, es kommen neue hinzu und andere gehen
    (Faktor: Abschluss Socialmedia Monitoring Phase 1 und Anpassung Socialmedia Strategie, Contentstrategie etc. – logisch: #check)

Kommt Ihnen das jetzt irgendwie bekannt vor?

Ja? Richtig! Das ist Leben! Das ist echte, gelebte Kommunikation! Genauso funktioniert das beim Elternstammtisch, bei den Treffen der UnternehmerInnen, in meiner Lieblingskneipe, im Tennisclub,  bei Meet-ups, und, und, und.

Kommunikation in Socialmedia – nicht nur ‚was für Experten…

Also – lasst uns nachdenken über unsere alltägliche Kommunikation! Und dort nach einfachen, naheliegenden Lösungen suchen. Die vielen Tipps zur richtigen Kommunikation im Socialmedia-Marketing einfach mal unter diesen simplen Grundregeln menschlichen Zusammenlebens begreifen und sich von den Ketten befreien, die da heißen: Nur Experten wissen wie’s geht. Nein, sie wissen es, benennen es vielleicht anders, aber SIE wissen es auch! Wenn Sie’s betrachten wie in Ihrem Leben und einfachen, nachvollziehbaren Regeln folgen. Vertrauen Sie Ihrem eigenen Kommunikationsgespür – damit liegen Sie schon sehr, sehr richtig! Haben Sie den Mut es auszuprobieren. Es macht Spaß, das Stammtisch-Prinzip!

Und nun viel Spaß beim nächsten Socialmedia-„Stammtisch“ (den es im Übrigen unter den Fachfrauen & -männern selbstverständlich auch gibt. Ebenfalls nicht bierernst, auch nicht zwangsläufig feuchtfröhlich – aber persönlich, nett & sehr inspirierend!)

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Kommunikation rund um das Stammtischprinzip & Socialmedia? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

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Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Als Event-Reporterin ist sie mit ihrem Team auf Messen, Konferenzen & Events aus Kultur, Wirtschaft und Unterhaltung unterwegs - mit Social Media & Event-Reportagen. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Einen Überblick gibt's auch auf Martina Troyer zu sehen. Im Web findet man sie auch auf XING, Twitter, Google+ und Facebook.

3 Kommentare

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  2. Hallo Martina,
    schöner Beitrag. Du hast das Thema auf ein einfaches Beispiel runtergebrochen, ohne das übliche Denglisch-Bla-Bla. Sehr treffend und einprägsam.

    Grüße Insa

    • Hallo Insa,

      danke Dir. Ich habe den Eindruck, dass wir ‚Experten‘ oft Gefahr laufen den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Hier mit Fokus auf das Anliegen derjenigen, die ihre Auftritte selbst pflegen. Mir passiert es selbst, dass ich im Gespräch auf Fachausdrücke verfalle, die mir halt gebräuchlich sind. Mein Gegenüber aber möchte Klartext. Schön, wenn es auch so rüberkommt. So war es gedacht. Vielen Dank für Deinen Kommentar. :-)

      Lieben Gruß nach Berlin,
      Martina

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