Netiquette & Online-Reputation: 25 NoGo’s im Social Web – Teil: 3 – Ungefragt E-Mail-Newsletter zusenden!

Kennen Sie das? Sie sind im Social Web unterwegs und ärgern sich. Darüber, wie manche Menschen Ihnen begegnen, scheinbar ohne Sinn und Verstand, oder besser: handeln ohne nachzudenken. Zurück bleibt dann meist ein großes Fragezeichen und ein schaler Beigeschmack.

Raus aus der Gedankenlosigkeit: Tipps zum respektvollen Umgang mit Freunden, Fans & Followern bzw. potentiellen Netzwerkpartnern – hier: Newsletter versenden – was ist erlaubt und was nicht?

Häufiges Ärgernis: Unbestellte Newsletter

Sie sind gerade mit jemanden neu vernetzt, z.B. auf XING, bei Google+, Facebook oder twitter. Und plötzlich haben Sie den Salat. Ihr neuer Netzwerkkontakt sendet Ihnen einen Newsletter zu. Und nun? Ist das überhaupt erlaubt?

Grundregeln für den Newsletter-Versand per E-Mail

newsletterkontakte

Ein Irrglaube vieler Newsletter-Versender ist, dass sie jedem, mit dem sie in Kontakt stehen bzw. dessen
E-Mailadresse sie haben, ihren Newsletter zusenden dürfen.
Dem ist aber nicht so. Folgende Bedingungen* müssen erfüllt sein:

  1. Ihr Newsletter darf nur an Abonnenten geschickt werden, die mit Double-Opt-In dem Bezug zugestimmt haben.
  2. Ihr Newsletter darf auch an derzeitige oder vormalige Kunden gesendet werden, wenn sich der Inhalt des Newsletters genau auf den selben Produkt- bzw. Dienstleistungs-Bereich bezieht, in dem es zuvor eine Zusammenarbeit / einen Kauf gab.
  3. Ihr Newsletter darf auch an potentielle Interessenten gesandt werden, die in den Bezug des Newsletter schriftlich eingewilligt haben.
  4. Ihr Newsletter benötigt eine einfach zu findende Opt-Out-Möglichkeit.
  5. Nach dem Opt-Out muss die Adresse aus Ihrem Verteiler ausgetragen werden.

Zu 1.) Double-Opt-In

Hiermit ist gemeint: Sie bieten zum Beispiel auf Ihrer Website eine Abomöglichkeit an. Der NL-Interessent trägt seine E-Mailadresse in Ihren Verteiler ein, erhält daraufhin eine Bestätigungsmail mit einem Link. Findet der Interessent nun die Bestätigungsmail in seinem zuvor angegebenen Postfach, muss er (ein zweites Mal) aktiv werden und diesen Link anklicken zur Bestätigung. Sie selbst sollten die so erhaltenen Bestätigungen „vorhalten“ also aufbewahren / archivieren, um ggfs. das Double-Opt-In nachweisen zu können.

Zu 2.) Newsletter an Bestandskunden

Hat eine Geschäftsbeziehung bestanden, benötigen Sie keine explizite Einwilligung über Double-Opt-In. Ähnliche Produkte/Dienstleistungen als Ergänzungsangebote dürfen ebenfalls angeboten werden. Aber bitte achten Sie immer darauf, Ihren aktuellen oder früheren Kunden nicht „zuzuspammen“. Sonst haben Sie ihn schneller verloren, als Ihnen lieb ist.

Zu 3.) Schriftliche Einwilligung

Sie sind auf einer Messe oder Veranstaltung und kommen mit Interessenten ins Gespräch. Das reine Einsammeln von Visitenkarten und anschließende Anschreiben per Newsletter ist unzulässig. Legen Sie zum Beispiel am Messestand eine Liste aus, in die man sich eintragen kann. Dort hinterlassen die Interessenten Name und E-Mailadresse ggfs. Unterschrift. Im Formular selbst steht, dass der Interessent hiermit zustimmt, von Ihnen einen Newsletter zu erhalten. Am besten geben Sie aber konkret an, um welche Art Newsletter es sich handelt (reine Veranstaltungsinfos, Produkt- oder Leistungs-Neuigkeiten etc.).

Zu 4.) Opt-Out

Jeder Newsletter-Abonnent muss die Möglichkeit haben, sich jederzeit aus dem Verteiler austragen zu lassen. Hierzu bedarf es in jeder NL-E-Mail eines integrierten Links, der die Austragung ermöglicht. Parallel biete ich zum Beispiel auch eine Austragungsoption direkt auf meiner Website an, falls jemand – auch außerhalb der letzten E-Mail – dies möchte.

Zu 5.) Austragung

Löschen Sie die E-Mailadresse anschließend aus Ihrem Verteiler. Der Austragungswunsch muss berücksichtigt werden auch aus datenschutzrechtlichen Gründen.

Fazit:

Bevor Sie also „im guten Glauben“ jemanden in Ihren Newsletter-Verteiler aufnehmen, bitte immer an die Folgewirkung denken:
  • Hat mein Kontakt aktiv zugestimmt, wenn nein, ist es ein bisheriger Kunde (s.o.)?
  • Könnte mein Kontakt sich vielleicht mit der unbestellten Zusendung genervt fühlen? (Spam)

Sobald Sie also nicht sicher sind, lieber die Finger vom Versand lassen. Wie wäre es mit einer anderen Kontaktaufnahme per Direktnachricht? Und dort eventuell das Interesse zuerst abfragen?

Wie immer im Marketing ist eine wohldurchdachte Strategie und eine wertschätzende Kommunikation der beste Weg, mit dem Sie sicher viele Interessenten auch zu Newsletter-Empfängern machen.

Gehen Sie wertschätzend und respektvoll mit Ihren Kontakten um, es lohnt sich!

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Erhalt von Newslettern gemacht? Haben Sie ergänzende Tipps oder Fragen?

Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anmerkungen.

Interessante Links zum Thema:

Newsletter und Datenschutz: E-Mail-Werbung rechtssicher gestalten: Datenschutzbeauftragter-Info.de

E-Mailnewsletter rechtssicher erstellen und versenden: Weitere Infos auf e-recht24.de von RA Sören Siebert

 

*Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen. Rechtlich bindende Informationen und Auskünfte sollte und darf nur ein Rechtsanwalt erteilen.

Bild: pixabay.com

 

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Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Als Event-Reporterin ist sie mit ihrem Team auf Messen, Konferenzen & Events aus Kultur, Wirtschaft und Unterhaltung unterwegs - mit Social Media & Event-Reportagen. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Einen Überblick gibt's auch auf Martina Troyer zu sehen. Im Web findet man sie auch auf XING, Twitter, Google+ und Facebook.

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