Lebenszeichen in Socialmedia oder was ist, wenn ich mich länger bei Freunden nicht gemeldet habe…

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„Hallo? Noch jemand da?“ Diese Facebook-Statusmeldung kam mir sofort in den Sinn als ich heute – nach einigen Wochen (!) mal wieder ein Update (auf meiner Fanpage) posten wollte.

Es ist manchmal nicht so leicht, den Anschluss wieder zu finden. Ähnlich wie in Freundschaften, die meist schon länger bestehen, für deren Pflege aber manchmal die Zeit davonzulaufen scheint. Das sage ich, die Fanpages auch für Kunden pflegt (!). Aber: So ist es halt dennoch manchmal. Freundschaften zu pflegen braucht Zeit – aber eben auch mal Auszeit! Warum? Das ist das Leben und das sind die Gründe…

Nehmen wir zum Beispiel mal meine Freundin Claudia. Wir kennen uns seit über 20 Jahren. Wir sind beide beruflich und familiär stark eingespannt. Wir lieben unsere Jobs, unsere Freundschaft(en) und teilen viele gleiche Interessen. Aber manchmal reicht es nicht mal für ein Telefonat.  Kennen Sie das? Warum ist das eigentlich so?

Ein Klick – alles im Blick?!

Klar, im Zeitalter von Socialmedia ist es ganz leicht, so grob über alles, was der andere tut, informiert zu bleiben. Aber was, wenn da nichts kommt? Nun gut, wie im Facebook-Newsstream, gerät der ein oder andere Freund da manchmal in Vergessenheit. Stimmt das?

Bei mir ein klares: Nein! Ich vergesse nicht, aber ich denke auch nicht immer laut! So kommt es vor, dass ich viel mehr wahrnehme, meine Umgebung dennoch im Blick habe, aber man von mir zeitweise auch weniger vernimmt. Bis ich dann eben wieder aktiver bin und mir meine Verbindungen, meine Kontakte wieder näher heranhole. Ist das ein Frevel?

Ich meine: Nein. Es ist lediglich ein Zeichen unserer Zeit. In der wir sehr viel Zeit online verbringen, aber auch die Qualität von Familie, von gepflegten Freundschaften offline wieder viel intensiver erleben. Ist es nicht so?

Socialmedia: Wenn (k)einer liest, was abgeht …

Im Business – heißt es -, ist nur regelmäßiges Posting ein Garant für Aufmerksamkeit. Interaktion ein wichtiger Maßstab für Reichweitengenerierung. Der Facebook- EdgeRank ist tot, es lebe der EdgeRank (so hat’s uns auch t3n schon prophezeit ;-).

Auch wenn hier und dort immer daran geschraubt wird, aus der Vielzahl der Beiträge im Newsfeed (neben Werbemitteln, im neuen und alten Feeddesign) können wir gar nicht alles lesen und verfolgen. Außer, wir setzen Prioritäten. (Zum Beispiel indem wir Beiträge von Freunden abonnieren und so wieder mehr mitbekommen.) Oder wir gehen gezielt auf die Seiten, die wir mögen, abonnieren sie und holen sie uns in unseren Newsfeed.

Einer passt nicht ganz ins Bild: Der Mensch

Trotz aller Algorithmen, aller Drehs und Kniffe der Netzwerke, um letztlich Geld mit uns zu verdienen (ja, auch ich war genervt von den mittlerweile zuhauf eingeblendeten Werbungen!) – wir sind eben Menschen. Wir lesen mal mehr, mal weniger intensiv bei Freunden oder auf Fanseiten mit, kommentieren mal hier und mal da – haben eben unseren eigenen Kopf. Und unsere eigenen Prioritäten. Zeiten in denen unsere Gedanken um ganz Persönliches kreisen, in denen wir uns um andere oder auch mal einfach um uns selber kümmern. Damit schlagen wir sicher jedem Algorithmus ein Schnippchen.
That’s life – und gerade das ist ja das Spannende & Unverwechselbare! Für jeden von uns!

Freunde – echte sind rar, na klar!

Wahre Freundschaften brauchen den Faktor Zeit nicht zu scheuen (nun ja, zumindest meistens ;-) ). Wenn ich Claudia anrufe, kommt vielleicht mal die ein oder andere Bemerkung, dass ich mich zuletzt wieder ganz schön rar gemacht habe (oder sie?), aber dann verabreden wir uns – und quatschen, bis das Restaurant schließt oder die Kneipe dicht macht. So ist das – und wir mögen es!

Freunde & Fans auf Fanseiten oder im Socialweb pflegen

Wer also länger nicht mehr aktiv war, muss erstmal wieder an die Freundschaft appellieren, die Verbundenheit „beschwören“. Wer dann etwas zu sagen hat, wird auch Freunde & Fans motivieren, die länger nichts mehr von einem gehört haben. Davon bin ich überzeugt und erlebe es auch immer wieder!

Fazit: Authentisch sein – nur so geht’s

Nur wer dabei so ist, wie er ist und dazu steht, bleibt für andere auch authentisch. Wie wichtig dieses Echtsein auch für Unternehmen & Unternehmer ist, zeigt eindrucksvoll der Blogpost zum Thema Authentizität & Glaubwürdigkeit, den ich heute bei Christa Goede entdeckte.

Networking – auch hier gilt es, offen & ehrlich zu sein!

Warum Authentizität & Glaubwürdigkeit auch mit Respekt & Wertschätzung zu tun haben – für andere und auch sich selbst gegenüber, dazu durfte ich selbst einen Gastbeitrag bei Bettina Schöbitz, der Respektspezialistin schreiben. Denn echt sind wir meist nicht nur in unseren Stärken, sondern auch in unseren Schwächen. Zum Beispiel aus Angst vor Ablehnung, aus Höflichkeit oder aus einer Kommunikation heraus, die nicht ganz klar und eindeutig ist. Nach dem Motto „Networking oder kostenpflichtige Leistungen zum Nulltarif?  Wie Sie respektvoll Grenzen ziehen und eigenen Schuldgefühlen entgehen…“  gebe ich dort Tipps, wie man auch als aktiver Netzwerker klar & wertschätzend kommuniziert und somit authentisch und glaubwürdig bleibt. Das dort Beschriebene habe ich selbst erlebt und Lösungswege für mich entwickelt. Zu den Stärken, aber auch Schwächen kann ich nun stehen, sie erkennen und Lösungen finden. Wer dies dann nicht mag, der wird Konsequenzen ziehen. Das ist gut – und für mich besser! Denn besser vorab klar kommunizieren, als später jammern.

Verzeihung – das ist Leben!

Und so bin ich auch überzeugt, dass man mir das ein oder andere Mal verzeiht, wenn ich eben mal länger keine Lebenszeichen in Socialmedia von mir gegeben hab. So ist’s halt manchmal –  that’s life – that’s me! ;-)

Kennen Sie auch solche Offline-Zeiten? Oder Zeiten, wo die Freundschaftspflege auf eine Probe gestellt wird? Was sind Ihre Gründe und wie finden Sie dann wieder ins Gespräch zurück?

Ich freue mich auf Ihre Tipps & Kommentare.

 

 

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Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Als Event-Reporterin ist sie mit ihrem Team auf Messen, Konferenzen & Events aus Kultur, Wirtschaft und Unterhaltung unterwegs - mit Social Media & Event-Reportagen. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Einen Überblick gibt's auch auf Martina Troyer zu sehen. Im Web findet man sie u.a. auch auf XING, Twitter und Facebook.

3 Kommentare

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  2. Hallo Martina, die Offline Zeiten sind aber auch ganz gut, sich mal etwas von den Social Media Aktivitäten zu erholen. Denn obwohl es Riesenspaß macht, sich täglich im virtuellen Leben zu begegnen, Input´s aufzusaugen und weiterzugeben, so anstrengend ist es zuweilen auch.

    Kontakte, die echtes Interesse zeigen, an dem Menschen hinter dem Logo, haben diesen längst gelistet und extra so eingestellt, das Benachrichtigungen anzeigen, sobald dieser wieder ein Lebenszeichen von sich gibt . So bin ich eben auch auf über Deinen neuen Blogbeitrag gestolpert :-)
    Schön das Du da bist und auch wenn Du mal längere Zeit unsichtbar bist, Du wirst nicht vergessen ;-)
    Im Gegenteil – welcome back, wann immer Du Zeit hast ..
    LG Tina

    • Liebe Tina,

      ja so mach‘ ich’s auch! Und habe damit immer schnell wieder die im Blick, die mir wichtig sind ;-).
      Danke Dir für Deinen Kommentar und fürs „Welcome Back“ – freut mich sehr! So lange war’s diesmal nicht, aber so dann und wann sind diese Auszeiten eben da und auch ganz angebracht ;-).

      LG, Martina

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