Sie nutzen soziale Netzwerke bereits für Ihre private Kommunikation? Das ist gut – soweit Sie auf die Wahrung Ihrer Privatsphäre achten. Soweit nicht neu – aber nicht zu vernachlässigen, gerade wenn es Ihr Ziel ist, persönliche und auch berufliche Kontakte ab sofort in einem Netzwerk gemeinsam zu pflegen.

Denn Sie werden merken, wenn Sie erstmal in die berufliche Kommunikation via Social Media einsteigen, ist eine Trennung von Privatprofil und Unternehmensprofil zwar konsequent nötig, in der Kommunikation aber nur bedingt möglich.

Tipps, die Ihnen die erste Zeit ab dem Einstieg in Social Media Marketing erleichtern werden  …

„Ein bisschen facebooken? Das ist nicht schwer, dann fang‘ ich damit mal an …“

Als Selbständiger und Einzelspieler sind Sie häufig zuerst privat im Netz unterwegs. Aber das wird sich schnell ändern, wenn Sie Ihre Profile auch beruflich nutzen wollen.
Daher gilt es, von vorneherein zu überlegen, wie Sie dort kommunizieren, wie und mit wem Sie sich vernetzen.

Sie haben ein Privatprofil. Und sind bereits mit vielen Freunden aus Ihrem privaten Umfeld vernetzt? Prima. Sicher sind Sie unter Ihrem Klarnamen angemeldet. Denn alles andere ist von Facebook nicht erwünscht (dem wurde aktuell auch gerichtlich stattgegeben) und sollte – gerade im beruflichen Zusammenhang – auch definitiv nicht verwendet werden.

Erste Überlegung: Sollten Sie bisher nur unter „LiRum LaRum“ ein Profil angelegt haben, ändern Sie es schnell in Ihren Klarnamen. Denn ohne diesen, ist Ihre Glaubwürdigkeit von Anfang an zum Scheitern verurteilt. ;-)

1. Ich bin ich – die Kommunikation im Netz für Freiberufler, Selbständige und Einzelunternehmer

So weit – so klar: Freunde auf Facebook sind nicht unbedingt die Freunde aus Ihrem realen Leben. Aber viele Facebook-Nutzer machen die Erfahrung, das auch solche loseren Beziehungen durchaus zu Freundschaften in der Realität heranwachsen können. Die Art der Verbundenheit ist aber ein wichtiger Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Auf Facebook ist es beispielsweise Pflicht, dass Sie als Unternehmer (im Weiteren zusammengefasst für Freiberufler, Selbständige – eben Einzelunternehmer) für Ihre Firmenaktivitäten eine Fanseite anlegen. Ausnahmen gelten für manche Berufsgruppen wie Blogger und Journalisten – aber die Grenzen sind da meines Erachtens nicht immer ganz eindeutig.

Wenn Sie Ihr Profil (überwiegend) für berufliche Zwecke verwenden, setzt das – genauso wie übrigens auf XING und Google + ein Impressum, mit dem Hinweis auf Ihre Unternehmensdaten voraus. Da ist es schlichtweg auch überzeugender, direkt eine Facebook Fanpage einzurichten anstatt sich auf den schmalen Grad der rechtlichen Fallstricke zu begeben und – an den Regeln vorbei – nur ein Privatprofil rein beruflich zu füllen.

Außerdem: Ihre Glaubwürdigkeit als Unternehmer ist nur so viel wert, wie Sie auch Transparenz zeigen. Ehrlich, offen und kommunikativ re- und agieren. Werbung á la „Ich kann … “ oder „Kauft bei mir …“ ist sowieso nicht nur verpönt, sondern schlichtweg fehl am Platz in den sozialen Medien.

2. Achten Sie auf Ihre Privatsphäre-Einstellungen

Nicht jeden interessiert, was Sie nur Ihren wirklich besten Freunden mitteilen wollen (der Besuch bei Oma Berta in den Schulferien, der Familienausflug zum Schwimmen oder die Party bei Holger letztes Wochenende). Wenn Sie diese Erlebnisse teilen wollen, grenzen Sie sich ab von denen, die diese Infos nichts angehen und auch nicht wirklich interessieren (sollten). (Checkliste für Privatsphäre Einstellungen auf Facebook – kurz & übersichtlich bei hr-online) Wie Sie diese konkret und seit neuestem verbessert einrichten können, hat Bloggerin und PR-Beraterin Annette Schwindt in Ihrem Blogbeitrag hervorragend beschrieben.

3. Listen helfen die Kommunikationswege zu kanalisieren

Wenn Sie der Checkliste gefolgt sind, haben Sie bereits gesehen, dass Listen es Ihnen ermöglichen, mit unterschiedlichen Gruppen differenziert zu kommunizieren. Ich persönlich nutze diese Listen nur stark eingeschränkt. Weil ich einfach für mich festgestellt habe, dass ich online sowieso nicht alles preisgebe, das mich im Innersten bewegt. Alternativ aber das, was ich sage, auch (fast) überall so sagen kann. Damit bin ich transparent und klar erkennbar. Jemand, dem ich dann im realen Leben begegne wird kaum denken müssen, ich sei völlig anders als ich mich in den sozialen Netzwerken gebe. Das vereinfacht es mir, mit anderen zu kommunizieren.

4. Loslegen und im Kleinen probieren, was groß werden soll

Manche meiner Kunden hatten anfangs unendlich viel Skepsis. „Kann ich das überhaupt?“ „Weiß ich wirklich immer, worauf es ankommt?“ Mit ein bisschen „Kopf anschalten“ und sich an die Einstiegsregeln halten – und letztlich Spaß und Vergnügen und der nötigen Lust und Zeit – sind einige von ihnen zu begeisterten Social Netoholics und Social Media Enthusiasten geworden.

Die Devise lautet also: Legen Sie los, beginnen Sie mit der Vernetzung und probieren Sie sich aus. Kopf an – auch bei der privaten Nutzung – und gelegentlich auch die Tipps zu Facebook Fakes & Hoaks beachten, denn auch die Schattenseite des Netzwerkens tummelt sich gerne im Social Web.

Welche Erfahrungen haben Sie in der Anfangszeit gemacht? Hat sich an Ihrem Kommunikationsverhalten im Laufe der Zeit etwas geändert? Mussten Sie „Lehrgeld zahlen“? Oder haben Sie rundherum alles richtig gemacht?

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Weil es gerade passt: Annette Schwindts Blogparade, auf die ich bei der Recherche zu diesem Artikel stieß, hat mich dazu bewegt, auch aus meinem beruflichen ‚Nähkästchen‘ zu plaudern. „Profil oder Seite? Oder beides? (Blogparade für Einzelkämpfer) …

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Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Einen Überblick gibt's auch auf Martina Troyer zu sehen. Im Web findet man sie u.a. auch auf XING, Twitter und Facebook.

1 Comment

Profil oder Seite – oder beides? (Beitrag zur Blogparade von Annette Schwindt) | netzgewandt: Webstrategie | Website-Optimierung | PR & Social Media – Mehr.Wert.im.Netz · 21. Februar 2013 at 14:49

[…] die Faust auf’s Auge: Gerade stellte ich für Unternehmer (also Einzelkämpfer) eine kleine Einstiegshilfe zusammen, da stieß ich bei der Recherche auf Annette Schwindt’s (Bloggerin & Autorin […]

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