Die 5 bedeutendsten Online-Marketing-Trends 2013: Content-Qualität & Services, Responsive Design & Personalisierung

„Mit gesundem Menschenverstand hätten wir uns das auch so gedacht…!“ mag manch einer wohlmöglich raunen. Es tut sich was im Online-Marketing. Und endlich orientieren sich Unternehmen, Suchmaschinen wie Google & Co. und die Marketing-Branche an denjenigen, um die es eigentlich geht: Uns, den Menschen. Persönlich. Zumindest wirkt es so.

Was ist dran an der neuen Personalisierung, guten Inhalten und das auf allen Ausgabegeräten?
Eine Zusammenfassung der Trends schafft interessante Einblicke in die marketing-strategische Denke dieses Jahres…

Wer Erfolg will im Netz, den hat bisher in erster Linie sein Ranking interessiert. „Liebt Google mich?“ Diese Frage hat so manchem Suchmaschinenoptimierer viel Geld eingebracht. Die Kunden zahlten bereitwillig, damit möglichst oft und möglichst intensiv an Keywords gefeilt und an Rankings geschraubt werden konnte. Ob die Texte den Lesern dann gefielen? Wen interessierte es? Hauptsache: Die Seite läuft und bei Google & Co. stehen wir auf der ersten Seite.

Für manchen war es auch egal, ob es sich bei diesen Platzierungen um reine Werbeplätze handelte. Doch das Social Web und Googles häufig geänderte Algorithmen machten so manchem Marketer einen Strich durch die Rechnung.

Wer will Produkte kaufen, die schlecht bewertet werden? Wer bleibt Unternehmen treu, die nicht halten, was sie versprechen? Wer ruft schon gern die Hotline an, um stundenlang „abzuhängen“ ohne Erfolg, wenn es bei Facebook, Twitter & Co. so viel schneller und wirkungsvoller ist, seinen Unmut zu bekunden?

Und da wären wir schon bei den Trends, die uns dieses Jahr bringt, wie Studien und manche Experten beobachtet haben. Die aus meiner Sicht wichtigsten Strömungen habe ich hier zusammengefasst.

Die 5 wichtigsten Online-Marketing-Trends im Überblick:

1. Qualität statt Quantität

Gute Inhalte, lesefreundlich und qualitativ hochwertig, punkten – und Werbung will kein Mensch mehr lesen.

(Neu ist das eigentlich nicht, denkt man sich als mündiger Verbraucher. Aber nun wird es anscheinend endlich „belohnt“ aus SEO- aber auch Kunden- bzw. Käufersicht … )

2. Content-Marketing – das neue SEO

Etwas „böse“ formuliert, im Kern aber genau das, worauf sich Suchmaschinenoptimierer nun einstellen. Gute Inhalte sind wichtiger als Backlinkgenerierung. Denn die verbreiten sich im Social Web ohnehin viel leichter. Google bescherte uns schon viele Updates namens Panda, Penguin und Venice, die den reinen ‚SEO-Schraubern‘ die Arbeit schwerer machen sollten. Aber streng genommen wurde schon längst intensiver forciert: „Content Is King“ – was viele SEOler so nicht wirklich glauben wollten. Mit Tricks und Linksammlungen war es leichter Geld zu verdienen, als hochwertige Inhalte zu produzieren. Inhalte zu bieten, die die USER wirklich lesen würden (und nicht NUR die Suchmaschinen).

Jetzt zählt also: Möglichst die passendsten Inhalte zu den Keywords in guter Qualität an verschiedenen Stellen im Netz verteilen, dafür viele Likes oder +1, Retweets oder Empfehlungen erhalten und schon hat man die Chance auf die vordersten Plätze. Social SEO – das ist der neue Trend der Suchmaschinenoptimierer. Bleibt zu hoffen, dass die Qualität der produzierten Inhalte da mithält.

3. Unternehmen entdecken den „Social Service“

Empfehlungen und Likes auf Fanpages sind hart erkämpft, Kampagnen – soweit als Eintagsfliegen gestartet – auch nicht der Stein des Weisen. Unternehmen mussten erkennen, dass die reine Anwesenheit in Facebook und Co. und die erhaltene Aufmerksamkeit noch nicht den Erfolg im Social Web bedeuten. Denn wenn ein Unternehmen zwar viel verspricht, Gewinnspiele oder spezielle Social-Media-Produktpakete auslobt, aber die Qualität der Marken und Produkte oder gar der Service dies nicht hält – dann führt die viral geteilte Aufmerksamkeit schon gerne mal zum Shitstorm, wie es auch schon Branchenriesen wie beispielsweise Vodafone, H&M & McDonalds erleben durften.

Merke: Service in der Öffentlichkeit kann deutlich fixer gehen als an der Firmenhotline zu versauern. Denn dort hängt nur einer in der Leitung. Im Social Web erfahren es Freunde, Bekannte und tragen die Woge weiter. Denkzettel? Wir werden sehen. Die Qualität im Service ist sicherlich ein entscheidendes Kriterium für die Kundenzufriedenheit. Immer gewesen, aber jetzt deutlicher erkennbar als jemals zuvor. Gut so!

4. Mobile first – Responsives Design setzt sich durch

Den Webdesignern und Website-Strategen war es längst klar, da entdeckten viele Unternehmen erst, dass ihre Websites noch nicht wirklich fit fürs Mobile Web sind. Jetzt wird’s ernst. Werden wir doch quasi überschwemmt von multimedialen Möglichkeiten in Form von Datenflatrates, der ständig steigenden Zahl von Smartphones. Auch der größte Skeptiker konnte nicht mehr ignorieren, dass mittlerweile jeder Zweite ein Smartphone besitzt. Ein Blick in die Medien – ob TV, Rundfunk oder online – zeigt, die Hersteller buhlen um Kundschaft, die sich gerne umgarnen lässt und begeistert zuschlägt bei internetfähigen Handys & Tablets. Das weiß auch die Entwicklergemeinde von Open Source CMS wie WordPress und bietet bereits eine Vielzahl kostenloser oder Premium-Templates, die das Design auf allen Ausgabegeräten entsprechend darstellen können. Ein Segen für die Nutzer und eine „Belohnung“ für die Website-Betreiber, deren Seiten damit Geräteübergreifend ansprechend ausgegeben werden. Das macht Spaß und verhindert Frust. Empfehlungen der Inhalte dieser Seiten bringen den Betreibern somit zusätzlichen Traffic und längere Verweildauer, was wiederum das Ranking positiv beeinflusst. Eine Verbesserung, von der User wie Marketer gleichermaßen profitieren.

5. Location based Services – Regionales explodiert

Mit dem Handy oder Tablet unterwegs erhält man nunmehr Tipps für interessante Geschäfte, Freizeitaktivitäten oder Produktaktionen in der näheren Umgebung. Ein kurzer Check-In bei Qype oder Yelp, bei Foursquare oder Facebook und ich werde über attraktive Orte, Angebote oder Events in der Nähe informiert. Und persönlich begrüßt. So ich denn will. Dem GPS-Empfänger meines Endgerätes sei dank. (Und wenn ich nicht will, schalt ich’s einfach aus…) Diesen Trend sollten lokal agierende Unternehmen, ob Dienstleister, Händler oder Veranstalter im Auge behalten. Ein Listing und die Beanspruchung der eigenen (kostenlosen) Profile wie z.B. auf meinestadt.de, Qype oder allen voran Google+ ist also für den lokalen Marketer mehr als nur ein Pflichtprogramm.

Resümée: Dialog, Transparenz und die visuelle Macht von Bildern und Videos

Als wäre es nicht schon längst klar, ist der größte Trend der, dass langweilige Monologe nun endlich vom kommunikativen Dialog im Online-Marketing abgelöst werden. Über Marken und Produkte, Leistungen und Dienste diskutieren wir – lassen sie uns von Freunden empfehlen oder uns – vielleicht – von der Nutzung oder vom Kauf abhalten.

Je offener Unternehmen in ihrer Kommunikation auf den Verbraucher zugehen, je einsichtiger sie sind und transparenter in der Außenwirkung, desto glaubwürdiger erscheinen sie und desto zufriedener sind die Kunden mit Marke und Service.

Wenn dabei noch Bilder oder Videos überzeugend integriert werden, ist das Erlebnis, die Freude zu teilen und viral zu verbreiten um ein Vielfaches höher. Diese Trends beweist eindrucksvoll das Bilder-Sharing-Portal Pinterest. Seine Marke oder sein Produkt mit Bildern zu präsentieren, das könnte für viele Anbieter im Bereich B2C ein attraktives Tool werden, um Neukunden zu generieren. Was abzuwarten bleibt ist, wie sich urheberrechtliche Bedenken beim Teilen von Bildinhalten entwickeln. Insbesondere angesichts der  – gerade in Deutschland – so bedenklichen Trends hin zum Abmahnen allein von Vorschaubildern seitens einer sehr regen rechtsanwalt-unterstützten Abmahnindustrie.

Erfolgspotentiale im Netz: Gerade für die Kleinunternehmen interessant

Aber wo Chancen, da stecken bekanntlich auch Risiken. Und ohne ein gesundes Maß an Einsatzbereitschaft, werden diese Trends auch an so manchem Werbetreibenden ungehört vorbeiziehen. Ein riesiges Potential liegt allerdings gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Freiberufler und Selbständige in den neuen Online-Marketing-Trends. Denn nie war es mit einem recht geringen Mitteleinsatz so einfach, seine Zielkunden zu erreichen und zu begeistern. Wenn man dabei die eigenen Aktivitäten in sozialen Netzwerken als Chance begreift und sich auf gelebte Kommunikation einlässt, gibt es mehr zu gewinnen als zu verlieren.

Ein Resümee ziehen wir dann im nächsten Jahr. Viel Erfolg bis dahin beim offenen, ehrlichen, dialogfreudigen Netzwerken in 2013!

Mehr Studien und interessante Links:

B2B Online-Marketing-Trends 2012/2013 vom BVDW

Umfragen zu Online-Marketing-Trends bei onlinemarketing.de

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Als Event-Reporterin ist sie mit ihrem Team auf Messen, Konferenzen & Events aus Kultur, Wirtschaft und Unterhaltung unterwegs - mit Social Media & Event-Reportagen. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Einen Überblick gibt's auch auf Martina Troyer zu sehen. Im Web findet man sie u.a. auch auf XING, Twitter und Facebook.

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