Corporate Blogs: Nicht nur ‚Schreiben um des Schreibens willen‘ – Inspiration mit Strategie

Sie haben ein Blog oder wollen für Ihr Unternehmen ein Blog starten? „Wenn andere das können, dann kann ich das auch?“ Ja und nein. Denn ein Blog zu veröffentlichen, bekannt zu machen und dauerhaft Leser zu binden bedarf mehr als strategischer Erfolgs-Chancen und einer guten Expertise: Sie sollten schreiben, nicht nur um des Schreibens willen. Schreiben mit Strategie, aber auch mit Leidenschaft und Kreativität. Ohne Zwang und mit Spaß an dem, was Sie tun. Aller wohlkalkulierten Erfolgs-Optionen zum Trotz.

Warum? Es muss Raum bleiben für Inspiration und Aktualität. Und das sollte man vorab schon mit einplanen – und die eigene Strategie  immer wieder überdenken. Mut zur Lücke haben, spontanes Abweichen vom Plan zulassen.

5 Tipps, die dabei helfen, die Blog- und Content-Strategie vor dem Blog-Launch realistisch einzuschätzen und Abweichungen einzuplanen:

Ja, genauso geht es mir auch manchmal!“ dachte ich beim Lesen eines Blogbeitrags von Klaus Eck im pr-blogger. Mir fallen auch immer wieder Ausreden ein, weshalb ich gerade jetzt keine Zeit habe für einen neuen Blogbeitrag. Obwohl der Redaktionsplan gut bestückt ist mit Ideen und der letzte Artikel auch schon etwas her ist. Besonders wenn ich kurz zuvor an völlig unterschiedlichen Themen für meine Kunden recherchiert und gearbeitet habe, fällt mir der Einstieg manchmal schwer. Doch dann stolpere ich über einen interessanten Link oder auch Beitrag eines Kollegen und mir fällt dazu spontan ein ergänzender Blogpost ein. Inspiration ist ein guter Anlass und hervorragender Antrieb für weitere Veröffentlichungen. Unabhängig von Redaktionsplänen und dem vermeintlichen Gefühl von Veröffentlichungsdruck, der uns wohl alle mal beschleicht.

„Hauptsache, wir haben einen Plan …“

Ein Redaktionsplan – sagen die Experten und ich gestehe, ich gehöre auch gerne zu denjenigen, die das predigen 😉 – ist das A und O beim professionellen Betreiben eines Blogs. Stimmt – aber auch nur bedingt. Merke: Ein Plan ist und bleibt ein Hilfsmittel, aber kein Heilmittel. Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. 😉

Die Rahmenbedingungen müssen stimmig sein

Sicher ist es hilfreich und notwendig, sich als Unternehmen, Selbständiger oder Freiberufler vorab zu überlegen, welche Inhalte man in welchen Zeitabständen und zu welchen Themen veröffentlicht. Genauso wie man sich VOR der Entscheidung zum Blog-Launch genaue Gedanken machen sollte, wer nun regelmäßig über Unternehmensinhalte berichtet. Doch hilft kein Plan, wenn er im Nachhinein unrealistisch, zeitlich nicht umsetzbar oder mangels personeller Möglichkeiten oder eintretender Widrigkeiten nicht durchzusetzen ist. Doch das lässt sich vorab schon kritisch hinterfragen:

5 Gedanken, die Sie sich am besten VOR Erstellung eines Blogs oder Redaktionsplans machen sollten:

1. Was? Die Inhalte definieren …

Nehmen wir an, Sie sind vorwiegend allein für die Erstellung von Bloginhalten zuständig. Zum Beispiel als freiberuflich / selbständig tätiger Einzelkämpfer oder als Frontmann / Frontfrau – sprich: Geschäftsführer/-in eines KMU.

Dann sollten Sie folgende Aspekte für die Content-Strategie im Auge behalten:

  • Wer sind meine Kunden?
  • Welche Themen sind für meine (Ziel-)Kunden von Bedeutung?
  • Zu welchen Themen habe ich eine Expertise?
  • Was gibt es regelmäßig aus meiner Branche oder aus den Branchen meiner Kunden zu berichten?
  • Haben diese Inhalte auch dauerhaft eine Relevanz? Wo kann ich mich abheben von anderen Kollegen oder mit diesen Meinungen austauschen?

Notieren Sie mögliche Themen und richten Sie anhand dessen Ihre inhaltliche Strategie aus.

2. Wann? Zeitliche Aspekte berücksichtigen …

Auch eine Terminplanung ist sinnvoll und nützlich. Machen Sie sich Gedanken:

  • Wie oft gibt es Neues zu berichten?
  • Wie viel Zeit benötige ich für die Recherche, für die Formulierung und für die Verbreitung meiner Inhalte?
  • Welche Themenschwerpunkte sollten oder könnten häufiger aktualisiert werden? Welche nicht? (Priorisieren Sie Ihren zeitlichen Einsatz und die Wichtigkeit der Themen in einer Übersicht)

3. Wie? Die Bedingungen rund um Erstellung und Bewerbung Ihres Blogs abstecken …

Auch diese Aspekte sollten Sie berücksichtigen. Mit etwas Erfahrung werden Sie danach immer wieder an den Stellschrauben drehen und Ihre Einschätzung überarbeiten:

  • Wann ist der beste Zeitpunkt zur Veröffentlichung? 
  • Wie oft pro Woche kann oder sollte ich Beiträge publizieren?
  • Wie lange dauert es, um neue Besucher auf mein Corporate Blog aufmerksam zu machen?
  • Welche genauen Erwartungen hege ich an den „Erfolg“ meines Blogs? (Ziele definieren)
  • Wie möchte ich den Erfolg messbar machen? (Erfolgsmessung)
  • Wie oft werde ich den Erfolg prüfen und möglicherweise Ziele und Aufgaben überarbeiten? (Erfolgskontrolle)

4. Wo? Die räumlichen Bedingungen und ihre Konsequenzen überdenken …

Unabhängig von Zeit und Raum lässt sich heutzutage nahezu überall ein Blogpost erstellen. So locker wie wir uns im Social Web bewegen, twittern, auf Facebook aktiv sind oder bei Google+ vorbeischauen, scheint auch ein Blogpost schnell absetzbar zu sein. Aber ist das wirklich so?

  • Gute Inhalte benötigen Rechercheaufwand und ein Mindestmaß an Ruhe und Konzentration: Suchen Sie sich Orte zum Bloggen, auf die das wirklich zutrifft!
  • Nehmen Sie sich Zeit, besonders wenn es nicht zu Ihrem täglichen Brot gehört Artikel zu verfassen!
  • Unterscheiden Sie in zeitlich aufwendigere Beiträge, die viel Vorarbeit bedeuten und kurze Blogposts, die Ihnen schnell von der Hand gehen. So finden Sie auch unterwegs noch Möglichkeiten, Neues zu veröffentlichen.

5. Wer? Oder mit wem? Verantwortlichkeiten rund ums Posting klären und im Bedarfsfall delegieren …

Auch wenn Sie vorab davon überzeugt sind, Blogbeiträge mühelos in Ihren Arbeitsalltag integrieren zu können, sollten Sie sich schon rechtzeitig mit möglichen Schwierigkeiten beschäftigen:

  • Bin ich (dauerhaft) in der Lage, neue Inhalte zu produzieren?
  • Wer kann mich gegebenenfalls unterstützen?
  • Benötige ich externe Hilfe?
  • Inwieweit kann ich mich mit Kollegen zu meinem Thema zusammenschließen?

Es macht Sinn, nicht nur im eigenen Blog Posts zu veröffentlichen. Vernetzungen mit Kollegen und gegenseitige Gastautoren-Beiträge stärken Ihre Reputation und Expertise und schaffen neue Leser. So können Sie sich gegenseitig unterstützen und auch in arbeitsintensiveren Zeiten für frischen Content in Ihrem jeweiligen Blog sorgen.

Das Salz in der Suppe: Kreativität und Spaß am Schreiben

Sie kennen bereits die vielen Vorteile, die das Bloggen für Unternehmen hat? Sie haben Kollegen, Geschäftspartner oder Bekannte, die Ihnen ein Vorbild sind oder bereits vom eigenen Erfolg berichtet haben?

Prima, das motiviert ungemein zu starten. Aber aufgepasst: Ein Schuss Inspiration, eigene Begeisterung am Schreiben und eine gewisse Schreibleidenschaft gehören auch dazu. Denn die Hauptarbeit beim Schreiben neuer Blogbeiträge ist meist nicht die Themenfindung an sich. Sondern bestehende Inhalte immer wieder neu, anders, spannend und möglichst einzigartig zu verpacken.

Strategie-Tipp:

  • Schreibanlässe berücksichtigen:
    Ihr Redaktionsplan muss dynamisch und flexibel sein, er ist ein Gerüst, kein Korsett!
  • Aktuelles hat Vorrang
  • Auf die Mischung kommt es an! Mischen Sie inhaltlich und formal: Kurzberichte mit Terminankündigungen, Besuchs- oder Nachberichte von für Ihre Branche wichtigen Events mit Ratgeberbeiträgen
  • Mal kurz, mal lang: Je nach Thema, Recherchetiefe und äußeren Einflussfaktoren
  • Behalten Sie die Freude am Schreiben – oder suchen Sie sich Unterstützung
  • Qualität vor Quantität: Der Inhalt sollte lesenswert sein und einen Leser-Mehrwert bieten.

Fazit: Blogartikel schreiben ist richtig und wichtig. Über Zeitaufwand, inhaltliche Tiefe und Substanz sollten Sie rechtzeitig nachdenken. Realistisch einschätzen, wer schreibt, wie, wann, wie oft und wo Ihr Content entsteht und sich ansonsten Unterstützung von Schreibprofis oder sogenannten Content-Managern bzw. freiberuflichen Online-Redakteuren holen. Allerdings nicht einfach nur schreiben um des Schreibens willen, denn das wird man im schlechtesten Falle sofort merken.

Und was sind Ihre Erfahrungen?

Wie halten Sie es mit dem Bloggen? Schreiben Sie schon selbst? Oder haben Sie Unterstützung? Bloggen Ihre Mitarbeiter? Welche Erfahrung haben Sie mit Redaktionsplänen gemacht?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Als Event-Reporterin ist sie mit ihrem Team auf Messen, Konferenzen & Events aus Kultur, Wirtschaft und Unterhaltung unterwegs - mit Social Media & Event-Reportagen. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Einen Überblick gibt's auch auf Martina Troyer zu sehen. Im Web findet man sie auch auf XING, Twitter, Google+ und Facebook.

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