Checkliste: Sind Sie bereit für Social Media Marketing in Ihrem Unternehmen?

|2 Kommentare

Rund die Hälfte aller  Unternehmen in Deutschland nutzt Social Media, konkrete Pläne zur Nutzung haben immerhin schon 15 Prozent. Egal ob KMU oder Großunternehmen – der Einsatz von Social Media ist gleich weit verbreitet. So ein Studienergebnis des Branchenverbands bitkom aus März 2013 (Studie zum Download abrufbar).

Doch bevor Sie nun denken: „Da misch ich auch mit!“ sollten Sie sich einige Fragen stellen und darauf Antworten suchen. 6 Tipps für Ihre persönliche Checkliste …

Wer „mischt“ wie mit in Social Media?

Nach Branchen ist der Handel in den Sozialen Medien am meisten vertreten, Industrie und Baugewerbe am wenigsten. Unternehmenspräsenzen (z.B. der eigene Unternehmens-Blog, die Facebook Fanpage oder das XING-Firmenprofil) finden sich mit 86% am häufigsten, danach folgen Profile auf Videoplattformen oder Microblogging-Dienste wie Twitter.

Bekanntheitssteigerung, Neukundengewinnung und direkte Zusammenarbeit mit Kunden als Ziele

Steigerung der Marken- oder Unternehmens-Bekanntheit – das ist das branchenübergreifend am häufigsten genannte Ziel für Social Media Aktivitäten. Mit 90% wird es von Dienstleistungsunternehmen allerdings am meisten genannt. Danach folgt die Kundengewinnung. Neukunden-Akquise heben  immerhin 72 Prozent der Unternehmen als Ziel hervor. Bei den Großunternehmen ist fast ein Fünftel der Unternehmen auch an einer direkten Zusammenarbeit mit den Kunden via Social Media Kanäle interessiert (Quelle: bitkom s.o.). Ein Zeichen in die richtige Richtung – denn Service und Austausch mit den Kunden steigen enorm in ihrer Bedeutung im Zeitalter von sozialen Medien und offener Netzwerkkommunikation wie auch die Online-Marketing-Trends 2013 belegen.

Checkliste: Das sollten Sie vor dem Start ins Social Media Marketing berücksichtigen

Halten wir fest, worauf es ankommt, bevor Sie mit Ihrem Unternehmen mit Aktivitäten in den sozialen Medien starten:

1. Ist die Basis festlegt?

Haben Sie eine eigene Website? Können Sie dort regelmäßig Neues aus Ihrem Unternehmen veröffentlichen?

Dreh- und Angelpunkt aller Ihrer Aktivitäten sollte eine eigene Website – oder: in Ergänzung – ein eigenes Blog sein. Dies ist Ihr digitaler Point of Sale. Hier verkaufen Sie, vermarkten sich selbst oder Ihre Dienstleistung/Ihre Produkte.

2. Welche Inhalte?

Regelmäßig veröffentlichte Unternehmensneuigkeiten, Angebote, Branchennews oder Zusatzinformationen aus Ihrem Produkt- oder Dienstleistungsportfolio sind die Zugpferde für Ihr Online-Marketing.

Zu klären ist:

  • Kennen Sie die Inhalte, die Ihre (Ziel-)Kunden interessieren? (Recherche-Tipps dazu gibts hier und hier im Blog)
  • Haben Sie einen Redaktionsplan? (Welche Inhalte ( Text-, Bild- oder Video-Content) sollen wann, in welchem Rhythmus und in welcher Form erscheinen?)
3. Kommunikations-Strategie?

Sind Sie bereit, Einblicke in Ihr Unternehmen zu gewähren?

  • Transparenz is das A und O
  • Reine Werbung ist überholt. Das Storytelling – also Geschichten rund um Ihr Unternehmens-Angebot zu erzählen – hat die Werbephrasen abgelöst.
  • Auf welchen Social Media Plattformen wollen Sie aktiv werden? Wo eignet sich welche Form der Kommunikation am besten? Nicht alle Kanäle erreichen Ihre Kunden gleich, die Ansprache ist unterschiedlich und auch die Erwartungshaltung an interessante Inhalte bei den Plattformen sehr verschieden.
4. Regelmäßig Neues veröffentlichen?

Um Online von sich reden zu machen oder für Ihre Kunden langfristig interessant zu sein, müssen Sie am Ball bleiben. Nur wer in regelmäßigen Abständen neue Inhalte publiziert, hat eine Chance auch als Experte auf seinem Gebiet bei Neukunden gehört zu werden.

  • Merke: Auf den Inhalt kommt es an! Nutzen und Informationsgehalt für die Leser im Fokus, interessant aufbereitet und regelmäßig aktualisiert!
    So sorgen Sie dauerhaft und langanhaltend für Aufmerksamkeit!
  • Strategisch aufgebaute Kommunikation ist der Königsweg – kurzfristige Kampagnen ohne Basis kaum von langfristiger Bedeutung
5. Zuständigkeiten geklärt?

Die fromme Absicht allein reicht nicht aus. Wichtig ist, feste Kapazitäten für Social Media in Ihrem Unternehmen bereit zu stellen.
In den meisten Unternehmen sind ein bis zwei Mitarbeiter dafür eingeplant. Ob Sie Social Media im Marketing Ihres Unternehmens an die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit angliedern, der Werbeabteilung oder dem Vertrieb zuordnen ist durchaus ein entscheidender Faktor.

Legen Sie dazu Social Media Guidelines fest: Klare Zuständigkeiten, Entscheidungsbefugnisse und Regeln für die Mitarbeiter – nach innen und außen)

  • Wer kommuniziert nach außen?
  • Wie verhalten sich Ihre Mitarbeiter?
  • Wer darf was?

(Auch private Äußerungen können in Netzwerken für erheblichen Einfluss sorgen, daher ist ein klärendes Gespräch zum Verhaltens-Kodex nach innen und außen für Ihr Personal besonders von Bedeutung)

6. Was tun, wenn’s brennt?

Viele Unternehmen fürchten sich vor negativem Feedback. Sogenannte Shitstorms geistern durch die Köpfe und schrecken manchen Unternehmer vor Aktivitäten im Netz ab.  Doch nichts ist schlechter als nichts zu tun. Abzuwarten und zu hoffen, dass es sich erledigt. Ihre beste Vorbereitung?

Stellen Sie sich auf den „Fall der Fälle“ ein.

Voraussetzungen:
  • Regelmäßiges Monitoring – also das Durchsuchen des Netzes nach Äußerungen über Ihre Marke/Ihr Unternehmen 
  • Kurze Entscheidungswege (in den Social Media Guidelines festgelegt) – damit auch zügig reagiert werden kann
  • Kommunikations-Strategie
  • Gelassenheit!

Häufig ist negatives Feedback zuallererst der Versuch, von Ihnen eine Lösung zu einem Problem zu erhalten. Wenn diese ausbleibt, keine Kommunikation stattfindet, Mitarbeiter (Community-Manager) falsch oder gar nicht reagieren, dann überwiegt der Frust beim Kunden. Soweit sollte es am besten gar nicht erst kommen.

Wenn über Sie gesprochen wird – und wenn es auch negativ ist – zeigt Ihr professioneller Umgang damit, wie Sie Probleme lösen. Darin liegt eine weitere Chance, Ihre Ziele langfristig zu erreichen.

Noch Fragen? Anregungen?

Was bewegt Sie, in Social Media Marketing einzusteigen? Worin liegen oder lagen Ihre Bedenken? Sind Sie gut aufgestellt? Benötigen Sie Hilfe beim Konzept oder der Umsetzung? Ich freue mich auf Ihre Fragen und Kommentare.

 

Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Als Event-Reporterin ist sie mit ihrem Team auf Messen, Konferenzen & Events aus Kultur, Wirtschaft und Unterhaltung unterwegs - mit Social Media & Event-Reportagen. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Einen Überblick gibt's auch auf Martina Troyer zu sehen. Im Web findet man sie u.a. auch auf XING, Twitter und Facebook.

2 Kommentare

  1. Sehr gute Übersicht zum Social Media Marketing. Besonders den Punkt der Kommunikations-Strategie finde ich wichtig. Mit Display-Werbung erreicht man in der heutigen Informationsflut potentielle Kunden einfach nicht mehr so gut wie mit Storytelling oder auch Content Marketing. Immer wieder neue Themen zu finden ist nicht einfach, aber die Erfolge sind dafür auch langfristiger. Den passenden Social Media Kanal zu wählen, finde ich auch wichtiger als bei so vielen Plattformen wie möglich angemeldet zu sein. Es gibt so viele eher neue Dienste wie Pinterest oder Snapchat, die viel Aufmerksamkeit bekommen, aber das muss nicht heißen, dass sie für jedes Unternehmen geeignet sind. Gerade für Dienstleistungsunternehmen ist es auf diesen Plattformen nicht immer einfach und ich finde Xing oder eben auch Facebook bieten sich in vielen Fällen dann eher an.

    • Hallo Lukus, danke für dein positives Feedback zum Beitrag. Dass Display-Werbung heute z.T. gar nicht mehr funktioniert, liegt auch an Adblockern. Oftmals aber auch an der Penetranz mit der diese Einblendungen nerven. ;-) Wer Geschichten zu erzählen hat und dabei auch zur Kommunikation bereit ist, hat deutlich mehr Chancen wahrgenommen zu werden und langfristig erfolgreich zu sein. Dabei ist Klasse statt Masse wichtig. Nicht jede Plattform bedienen, sondern die, auf der die Zielgruppe erreicht wird, die man ansprechen möchte – das genau ist das Entscheidende!
      Viele Grüße, Martina

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.