5 Tipps zu Content-Marketing für KMU & Einzelunternehmer: Ist Ihr Mehrwert auch mehr wert?

Content-Marketing! Schlagwort oder Chance für die Zielgruppenansprache im Social Web?

Was ist dran am Trend zur Vermarktung über Inhalte? Ein bisschen Licht ins Dunkel und 5 Tipps, weshalb sich dieser Marketingansatz auch und gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sowie selbständige oder freiberuflich tätige Einzelunternehmer lohnt, wenn man denn „ernsthaft“ mehr Wert bieten möchte…

Was ist Content-Marketing? (… und was ist es definitiv nicht!)

Unter Content-Marketing versteht man alle Maßnahmen, die ein Unternehmen durchführt, um sich gegenüber seiner Zielgruppe über Inhalte darzustellen, nicht über Werbung. Die Inhalte können rein informativ, unterhaltend oder wissenserweiternd sein, ihre Formen sind unterschiedlich z.B. Texte, Bilder, Videos, Audiopodcasts, Infografiken oder Whitepapers. Im Fokus steht der Nutzen, den die Zielgruppe davon hat (also Wissen, Unterhaltung etc.). (Mehr auf Wikipedia)

Content-Marketing nutzt verschiedene Wege, über die Inhalte zum Interessenten zu gelangen: Über firmeneigene, also Corporate Blogs,  Online-Magazine oder Themen-Blogs (wenn andere darüber berichten),  Online-PR (Presseartikel, PR-Aktionen o.ä.), via Youtube, Pinterest oder ähnliche Social Communities im Web 2.0.

Mehrwerte schaffen: Mit Content-Marketing verschiedene Inhalte im Social Web verteilen. Foto: Composing mit Elementen aus pixabay.com

Mehrwerte schaffen: Mit Content-Marketing verschiedene Inhalte im Social Web verteilen. Foto: Composing mit Elementen aus pixabay.com

Fehlinterpretiert ist Content Marketing allerdings, wenn es lediglich zur Suchmaschinenoptimierung nach alter Manier dienen soll. Warum? Ein Beispiel.

Missverständnis: Wenn Content-Marketing fehlinterpretiert wird

Vor einiger Zeit erhielt ich eine Mail. Ein Unternehmer hatte mich im Netz über meine Veröffentlichungen entdeckt und teilte mir mit: „Ich interessiere mich für Ihr Content Marketing für meine Shops.“ Im zweiten Satz folgte, dass er sich vordergründig für die Generierung von Backlinks interessiere, mit der Frage, wie ich denn da vorgehen würde.

Nun, zunächst ging ich so vor, wie ich das in einem solchen Fall immer tue: Ich recherchierte. Suchte nach auffindbaren Seiten, Blogs, Profilen, Darstellungsformen, Social Media Präsenzen, Presseveröffentlichungen (Online-PR) usw. Es war ein bunter Blumenstrauß, der mir da begegnete – über viele Portale rudimentär eingerichtet, aber recht inhaltsleer. Noch schlimmer: Ein inhaltliches NoGo fand sich zuhauf im Portfolio des Unternehmer-Shops. Eine in den Tiefen des Contents gut versteckte alte SEO-Technik:

Schreibe Inhalte, die einen Nutzen vorgaukeln (hier: wilde Städtebeschreibung sämtlicher relevanter deutscher Großstädte) mit dem schon fast lächerlich anmutenden Kernsatz a lá ‚Und weil es so toll ist in Stadt ABC liefert der Shop XYZ besonders gerne dorthin und auch nach D, E und F…‘.

Texte, die nicht nur peinlich, schlecht geschrieben und aberwitzig wirkten, sondern ein Schlag ins Gesicht für den geneigten Leser darstellten, der sich Mehrwert bei der Google-Suche oder per Link auf der Seite versprach.

Wo bleibt die Nutzenrelevanz? So geht es jedenfalls nicht…

Auch die Frage nach der Backlinkgenerierung zeigte mir bereits, dass hier jemand wohl weniger an echter Kommunikation mit potentiellen Zielkunden interessiert ist. Mehrwertangebote? Fehlanzeige! Die Webtexte des Unternehmens dienten nur einem Zweck, (aus traditioneller SEO-Sicht) per Suchmaschine Leser bei der lokalen Suche auf den Shop zu führen. Doch woher stammte diese Strategie? Vielleicht aus Unwissen oder schlechter Beratung heraus?

Was folgte, war mein Rückruf. Im Gesprächsverlauf ließ ich durchblicken, dass das meiner Ansicht nach der falsche Ansatz sei. Content-Marketing ist m.E. nicht zu verwechseln mit dem Einschleusen zumeist schlecht lesbarer SEO-Texte auf Seiten Dritter, die diese ggfs. gegen Gebühr bei sich „dulden“ (im Regelfall muss dies nämlich mit „Werbung/Anzeige“ gekennzeichnet sein!). Im Content-Marketing geht es wirklich um Inhalte! Themen! Mehrwerte! Eben Nutzenrelevanz.

Wie sich herausstellte, schrieb eine Studentin SEO-Texte „mit der“ man „sehr zufrieden“ sei. Allerdings würde die Suchmaschinenoptimierung (durch die SEO-Agentur auf der Seite angewandt) nicht so wirklich gut funktionieren. Das sei früher besser gegangen. Also müsste es nun „Content-Marketing“ richten. (Linktipp: Onlinemarketing Trends 2013 – „Content Marketing – das neue SEO“ Gute Inhalte sind wichtiger als Backlinkgenerierung; nicht neu, aber endlich scheint es sich auch bei den SEOlern verstärkt durchzusetzen)

Mein Einwurf, dass diese Strategien heute  nicht mehr funktionieren und echte Leser eben gute Inhalte vorzufinden wünschen, die man anfangs erst auf die eigene Seite anstatt woanders unterbringen sollte, verhallte stumm. Der Unternehmer hatte – wie ich bemerkte – schwer daran zu schlucken, dass es so einfach nicht werden würde, wie die SEO-Agentur es wohl früher mal ersonnen hatte.

Die SEO-Strategen alter Schule tun gut daran, ihren Kunden deutlich zu machen, dass schlechte Inhalte mittlerweile bei Google eher ein Negativ-Rankingfaktor sind. Wirklich nutzenorientierte Texte, die neben den Suchmaschinen auch dem Leser „schmecken“ finden jedoch ihre Leser und damit potentielle Kaufinteressenten.

Mein Fazit: Umdenken tut Not!

Wer die Sicht des Kunden aus den Augen verliert, wird auch beim Content-Marketing vergebens auf Interessenten hoffen! Unternehmer oder Unternehmen brauchen hier zum Teil noch etwas Zeit, um diese Denkweise für sich ins Social Web zu übertragen. Wer diesen Schritt aber wagt, sich auf die Kundenbedürfnisse und -zufriedenheit einlässt, hat gute Chancen mit Content-Marketing, also der Vermarktung über relevante Inhalte neue Kunden zu gewinnen, zu halten und dauerhaft an sich zu binden.

 

5 Tipps, wie Sie den Einsatz von Content-Marketing für Ihr Unternehmen planen und umsetzen können:

  1. Kein Marketing (auch nicht Content-Marketing) ohne (hier: Content-) Strategie: Betten Sie alle Maßnahmen immer in eine Gesamtstrategie im Marketing ein, sonst könnten Einzelmaßnahmen schnell im Sande verlaufen, ihren Nutzen verfehlen oder im schlimmsten Fall kontraproduktiv wirken!
  2. Kennen Sie Ihre Zielgruppe? Für wen sind Ihre Dienstleistungen, Ihre Produkte interessant und weshalb?
  3. Kennen Sie die Themen, die Ihre Zielkunden interessieren? Finden Sie es heraus und liefern Sie das Wissen, die Unterhaltung, die Infos, die genau diese Kunden interessiert!
  4. Über welche Kanäle können Sie Ihre Zielkunden erreichen? Status Quo prüfen: Eigene Website, eigenes Blog, eigene Social Media Profile, Fanseiten, relevante Presseinformationen herausgeben, Blogger gezielt ansprechen, Kooperationen überlegen etc.
  5. Sind Sie ernsthaft zu Transparenz und Kundenkommunikation bereit? Content-Marketing bringt viele Vorteile, fordert aber von Ihnen auch ein, sich offen, gesprächsbereit und individuell mit dem auseinanderzusetzen, was ein potentieller Kunde bei Ihnen sucht: Rat, Hilfe, Zusatzwissen, Experten-Knowhow, Problemlösungen, also relevante Informationen, ggfs. verpackt in unterhaltsame Geschichten, die genau seinen Bedürfnissen entsprechen. Ohne ‚Wenn‘ und ‚Aber‘!

Beispiele für verschiedene Unternehmer- und Branchen-Ansätze: Seite 2

Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Als Event-Reporterin ist sie mit ihrem Team auf Messen, Konferenzen & Events aus Kultur, Wirtschaft und Unterhaltung unterwegs - mit Social Media & Event-Reportagen. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Einen Überblick gibt's auch auf Martina Troyer zu sehen. Im Web findet man sie auch auf XING, Twitter, Google+ und Facebook.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.