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Webstrategie: Online-Reputationsaufbau – was wir aus dem Wechsel von Qype zu Yelp lernen können

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Mittlerweile hat der Unmut um den Wechsel der Bewertungsplattform Qype zum amerikanischen Portal Yelp auch schon die Nachrichtenportale erreicht. Zu viele unzufriedene Wechsler, die die von Yelp propagierte „Filtermethodik“ in den Bewertungen weder nachvollziehen, noch tolerieren wollen.

Klagen doch in den Social Communities viele über einen enormen Reputationsverlust, den sie durch den Wegfall positiver Bewertungen erlitten haben. So fanden sich viele „Geschädigte“ bereits zusammen und – wie Spiegel Online berichtet – werden auch schon Anwälte betraut, die mögliche Schritte gegen die Vorgehensweise prüfen sollen. Es bleibt spannend, welche Schlüsse Yelp nun aus der eigenen Strategie und dem Beschwerdeansturm zieht und wie es weitergeht.

Klar ist aber, was wir daraus lernen sollen, müssen und können: Ohne eine vernünftige Webstrategie kann ein solcher Übernahmeprozess eines Großunternehmens für die vielen betroffenen Unternehmen und Unternehmer zum Verhängnis werden.

Tipps, wie Sie von vornherein auf das richtige „Pferd“ setzen und zuallererst Ihre eigenen Schätze heben!

Bereits kurz vor dem Wechsel von Qype zu Yelp hatte ich hier im Blog zur Problematik berichtet. Auch einige meiner Kunden sind betroffen, wenn auch in viel geringerem Umfang als es besagter Friseur aus dem oben zitierten Spiegel Online-Artikel ist. Das liegt an einer grundsätzlich anderen Strategie, die sich für meine Kunden bewährt hat:

Webstrategie: Zuerst eigene Plattformen auf- und ausbauen

  1. Nutzen Sie zuallererst die Unternehmens-Website / den Corporate Blog für Ihre Online-Reputation
  2. Social Media Marketing ist prima, aber verlassen Sie sich nicht einzig und allein darauf!
  3. Nur bei sich sind Sie „Herr“ im Haus!

Im Klartext:

Gute Inhalte, Mehrwert-Content, Beziehungsauf- und Ausbau findet zuallererst und bevorzugt bei Ihnen – auf eigens gehosteten Seiten statt. Hier sind Sie derjenige, der über Inhalte, Kommentare und Bewertungen verfügen kann. Es geht Ihnen nichts verloren, was Sie sich aufgebaut haben – es sei denn Sie wünschen es. Sie allein entscheiden darüber, wann, was und wo…

Wer sich heutzutage im Social Web tummelt, tut gut daran eine stabile Basis, eine Schatztruhe zu haben: Ein gut bestücktes Blog oder eine stets aktualisierte Unternehmenswebsite. Sich nur auf Facebook oder Google+ oder auf Bewertungsplattformen wie Yelp, Kennstdueinen und Co. zu verlassen, dem drohen – wie unlängst gesehen – im Zweifel herbe Verluste.

Webstrategie-Tipp: Social Media Profile verweisen klar auf Ihre gut bestückte „Homebase“!

Denn: Wer (lediglich) über eine – wenn auch reichweitenstarke, weil reichlich befüllte Fanpage verfügt, hat vielleicht irgendwann das Nachsehen.
Ohne die Homebase kann Ihr virtuelles Social Media-Kartenhaus leider auch ganz plötzlich in sich zusammenstürzen:

  • Was ist, wenn plötzlich viel Geld dafür fällig würde? Trotz anderslautender Aussagen z.B. von Facebook, Pinterest, Twitter, Google & Co. – es sind alles wirtschaftlich operierende Unternehmen und diese sind bekanntlich an Gewinnmaximierung interessiert. Also weshalb das gänzlich als „Unsinn“ ausschließen?
  • Was, wenn andere Umstände, Modetrends oder gar Reputationsverluste der gewählten Plattform Ihnen plötzlich Ihre Kommunikations-Grundlage entziehen?
  • Was passiert dann mit den vielen Fans, den Followern?

Das weiß niemand ganz genau – im Zweifel ist Ihr gesamter Reputationsaufbau, den Sie über Jahre betrieben haben so plötzlich hinfällig. Mag sich jetzt sehr dramatisch anhören, ist aber ein Szenario, das wir nicht rigoros von der Hand weisen können. Und das, wie im Falle des oben beschriebenen Friseurs regelrecht zu Umsatzeinbußen führen kann.

Fazit:
Ganz klar: Sie müssen nicht auf Social Media Profile verzichten, aber beginnen Sie von Anfang an mit Strategie: Idealerweise verweisen all Ihre Social Media Profile VON ANFANG AN auf eine reichhaltige und Mehrwert-orientierte Website oder einen Blog. So können Sie jede Veränderung auf Seiten Dritter ohne größere Probleme abfedern.

Was denken Sie? Sind Sie für „den Fall der Fälle“ ausreichend vorbereitet? Halten Sie das hier skizzierte Szenario für denkbar oder völlig abstrus? Welche Erfahrungen haben Sie mit Social Media Profilen und Reputationsaufbau gemacht?

Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anmerkungen.

 

Foto: pixabay.com

 

 

 

 

 

 

Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Im Web findet man sie auch auf XING, Twitter, Google+ und Facebook.