Dass wir in Köln sind, spiegelt sich in den Raumnamen wider. (Aber auch die Schäl Sick kam nicht zu kurz...)

Review Barcamp Köln: Von Hühnertrashstories, Comedy-Witzen und Netzwerkenthusiasten

„Ein Barcamp direkt „umme Ecke“, noch dazu von einigen meiner Kolleginnen der Kölner Digital Media Women mitorganisiert – da bin ich dabei!“
„Was’n das – ein Barcamp?“ fragte mein Kind. Also hab ich’s aufgeschrieben: Was so eine „Unkonferenz“ ausmacht, ob sich dort nur jecke Netznerds oder auch Online-Normalos tummeln und was das ganze mit Hühnertrashstories, „Ich hab Rücken“ und Comedy-Witzen zu tun hat? Hier entlang…

Die erste Frage meiner Tochter zu meiner Abwesenheit an diesem Augustwochenende war:

„Was is’n das – ein Barcamp?

Aber das ist schnell erklärt, in etwa so:

 „Was ist ein Barcamp?“

Ein Barcamp – oder auch Unkonferenz – ist eine lockere Veranstaltung von Netzwerkern, die sich rund um ein konkretes oder allgemeineres Thema austauschen wollen. Anders als bei Konferenzen, wo vorher feststeht, wer redet, wird hier erst am Veranstaltungsmorgen entschieden, was stattfindet. Wer mag, stellt kurz (s)ein Thema vor und alle anderen stimmen demokratisch ab, ob bzw. wen das interessiert. Erst im Anschluss wird ein Sessionplan erstellt. Eine Art Themen-Tagesplan, der zeigt, was, wo und von wem etwas stattfindet. Die Raumplanung spiegelt (meist) das Interesse wider, also – je größer der ausgewählte Raum, desto mehr Teilnehmer hatten ihre Finger bei der Abstimmung oben. (Wobei sich auch das manchmal als Trugschluss entpuppt, die Teilnehmer zwischendurch anders entscheiden und ein gewissen Nomadentum beim Barcamp völlig normal ist 😉 )

„Und worum geht’s da so und wer macht mit?“

Das kann ich erst danach beantworten, denn vorher gibt es meist schon Vorschläge bzw. Teilnehmerlisten, aber konkret wird es immer erst vor Ort.

Die Teilnehmer:

Grundsätzlich kann jeder mitmachen bzw. etwas vorschlagen, was sich aus seinem beruflichen oder persönlichem Interessengebiet ergibt. Dass da nicht nur Internet-Freaks bzw. Netnerds mitmischen, zeigte hier auch wieder mal der Altersquerschnitt  der Teilnehmer. Die jüngste (nicht aktive Teilnehmerin 😉 ) war die zweijährige Tochter eines Barcamp-Elternpaares. Die vermutlich Ältesten ein Heilpraktiker aus Bergisch-Gladbach um die Siebzig und seine Frau – das Elternpaar des Veranstalters wie Twitter mir verraten hat. Richtig klasse und hoffentlich vorbildhaft! Weiter so! 🙂

Die Themen:

Die Bandbreite der Themen reichte von Bienen & Honig (Kommunikationsberater Djure Meinen und seine Frau imkern privat), Katzen (also irgendwie auch der oft so verdammte Cat-Content, aber viel netter – von der zweitjüngsten Barcamp-Teilnehmerin Paula aufbereitet) über „Ich habe Rücken“ (sowie „Ich habe Pilze“ 😉 vom ältesten Barcamper des Wochenendes – bis zu klassischen Online-Themen wie „Storytelling“ und „Social Media Tool Tipps“ bzw. „SoMeMonitoring“, WordPress-Sicherheit und vielen anderen mehr.

„Und was machst du da genau?“

Mitreden, mitmachen, mit twittern. Denn die meisten Teilnehmer sind bei Twitter sehr aktiv und senden „live“ aus, was sie gerade erleben & hören und tauschen sich parallel mit anderen Barcamp-Teilnehmern aus.

Und so war’s dann:

Mein #barcampkoeln-Wochenende

Diesmal twitterte ich beim Barcamp Köln nicht nur über @netzgewandt – sondern mehr über unseren Twitteraccount @digiwomenK. Spontan hatte ich mich entschlossen Sonja, meine #dmwk-Kollegin und diesmal Mitorganisatorin des #barcampkoeln, bei ihrem Sessionvorschlag ‚Selbsthilfegruppe Akquise‘ zu unterstützen.

Eine Idee, die – ohne große Vorbereitung – bei den Teilnehmern auf starkes Interesse stieß und die wir auch bei Gelegenheit sicher fortsetzen werden! (Ein Slide dazu ist in Arbeit und wir werden über Twitter dazu weiter informieren.)

Vielfalt der Berufe

Was mir diesmal wirklich auffiel war die berufliche Bandbreite der Teilnehmer. In der obligatorischen Vorstellungsrunde am Anfang wurde bereits klar: Hier sind nicht nur „die üblichen Verdächtigen“ der Netzgemeinde (Medien- & Designleute, IT-ler, PR & Kommunikationsberater etc.) sondern auch einfach Barcamp-Interessierte, die zum Teil das erste Mal dabei waren. Die Vorstellung ist meist kurz und dank der Hashtags einprägsam. Viele setzen das in ihren Twitteraccounts fort, so dass man hinterher in Ruhe nochmal nachlesen kann:

Vielfalt! Genau das macht den Reiz aus: So ergeben sich ganz neue Blickwinkel, spannende Themen und interessante Kontakte oder Anregungen.

Mein Fazit:

Ich durfte von Copywriter & Drehbuchautor Axel Bungert (@AxelBungert) lernen, dass beim Storytelling eine spezifische Struktur entscheidend ist, um Spannung aufzubauen und Interesse zu wecken, dass trashige Hühnerstories – egal wie krude – auch diesem Muster unterliegen und dann zur Filmreife heranwachsen können.

Mein Texterherz schlug auch in der Session zu Comedy-Witzen von Comedian Renate Coch (@renatecoch) höher als ich mit den anderen flux 10 lustige Blognamen texten sollte. Danach einen Gag schreiben und bitte schön die Pointe nicht vergeigen. Jetzt weiß ich, wie ernst das Witzemachen ist und welche Arbeit dahinter steckt!

Die Spontan-Session zur Akquise-Selbsthilfe hat mir gezeigt wie genial die Diskussion und Gruppendynamik ist, wenn Freiberufler miteinander schwierige Gefilde betreten. Ich danke allen Teilnehmern für die Offenheit und die Gespräche und denke, dass ich nun endlich den Pieks bekommen habe, demnächst eine eigene Session anzubieten. Es ist nicht immer grundsätzlich schon „alles gesagt oder gedacht“ nur weil viele von uns im selben Themenboot sitzen. Und trotz persönlichem Anspruch an Perfektion ist auch – oder gerade – eine spontane Session mitunter die, bei der man für sich am meisten mitnimmt. 😉

Danke, danke, danke! An die Teilnehmer, aber besonders auch die OrganisatorINNen, Gastgeber und Sponsoren und bis bald! Es war klasse!

Meine persönlichen Highlights, mit vielen Linktipps aus den Kreisen der Teilnehmer zu Fotos, weiteren Blogposts oder Zusatzinfos hab ich in dieses Storify gepackt (nicht hier eingebettet – bitte klicken!):

bild2

Ich freue mich auf nachfolgendes Netzwerken, Wiedersehen und Weiterdenken der Sessions. Die nächste Gelegenheit für mich dazu ist wohl das Startcamp. Denn wie immer gilt: Nach dem BarCamp ist vor dem BarCamp!

Bis denn, Martina

Teile diesen Beitrag

Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Im Web findet man sie auch auf XING, Twitter, Google+ und Facebook.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.