twitterbalzer

Netiquette & Online-Reputation: 25 NoGo’s im Social Web – Teil: 4 – Nervig: Automatisierte Twitter-Direktnachrichten!

Kennen Sie das? Sie sind im Social Web unterwegs und ärgern sich. Darüber, wie manche Menschen Ihnen begegnen, scheinbar ohne Sinn und Verstand, oder besser: handeln ohne nachzudenken. Zurück bleibt dann meist ein großes Fragezeichen und ein schaler Beigeschmack.

Raus aus der Gedankenlosigkeit: Tipps zum respektvollen Umgang mit Freunden, Fans & Followern bzw. potentiellen Netzwerkpartnern – hier: Twitter-Direktnachrichten – jeden neuen Follower direkt damit beglücken oder nicht?

Es ist schon lustig: Kaum folgt man bei Twitter einem neuen Kontakt, erhält man häufig schon eine Direktnachricht à la: „Danke fürs Folgen. Es wäre schön, wenn Sie meine Facebook-Seite liken … „.

Wie geht das und was soll das?

Meist handelt es sich dabei um einen Twitterdienst, der im Auftrag des Twitterers automatisiert jeden neuen Follower auf diese Art und Weise begrüßt. Grundsätzlich ist eine Begrüßung nicht verkehrt. Hier macht es allerdings Sinn über die Art und Weise nachzudenken.

  1. Ist die Anzahl meiner Follower noch überschaubar?
    Dann ist eine persönliche Direktnachricht sicher gut, die dann aber bitte auch individuell und ohne Werbung daherkommen sollte!
  2. Möchte ich direkt mit den neuen Followern in eine Twitter-Kommunikation treten?
    Dann ist auch ein Begrüßungstweet eine feine Sache. Darauf wird meist positiv reagiert und man erkennt m.E. sehr schnell, ob man es mit „echten“ Followern oder doch eher Spammern bzw. Fake-Profilen zu tun hat.
  3. Habe ich bereits eine größere Anzahl von Followern und möchte das Management etwas vereinfachen?
    Dann bietet es sich durchaus an, einen Twitterdienst hinzuzuziehen.

Kommunikation: Aber wie?

Den neuen Followern eine Begrüßung zu senden ist prima. Mit einem öffentlichen Tweet steigt man durchaus schnell in eine Kommunikation ein und – wenn man sich darauf einlässt – kann schon einiges mehr über die Menschen erfahren, die einem folgen. Dass das Ganze dennoch mit einem Dienst eingeleitet werden kann, zeigt zum Beispiel unfollowers.me

Möglichkeiten der Interaktion und des Monitorings

Der Dienst hat sich für mich bewährt, lässt er doch mehrere Optionen zum Management meines Twitteraccounts und zur Darstellung des Verhaltens meiner Follower zu:

  1. Es gibt in den Einstellungen verschiedene Begrüßungsvarianten (u.a. auch per Direktnachricht, aber eben auch als Welcome-Tweet)
  2. Der Dienst kann einen über neue Follower informieren: Entweder per E-Mail oder auch als Tweet
  3. Es können Follower aufgedeckt werden, die einem nur folgen, um zurückgefolgt zu werden und dann wieder entfolgen (häufig ein Indiz für Fake- oder reine Werbeprofile)

Folgt man selbst jemandem neu, könnte man diesem auch automatisiert einen „Bitte zurückfolgen“-Tweet senden, aber das halte ich für völlig abwegig. Häufig wird übersehen, dass uns solche Dienste zwar durchaus gewisse Aufgaben abnehmen oder erleichtern können, diese aber nicht unsere Kommunikation übernehmen sollten. Und ein jammernd klingendes oder schulmeisterliches „Nun folge mir aber bitte auch zurück (gefälligst)!“ gehört für mich in eine Kategorie von Kommunikationsverständnis, das ich peinlich finde und nicht unterstützen kann.

Weitere Vorteile des Dienstes:

  • Gezieltes Aufspüren von Leer- oder Fakeprofilen (hier sollte man schon selbst nochmals nachschauen, ob jemand nur länger nicht getwittert hat …)
  • Entfolgen von Fake- oder reinen Werbeprofilen
  • Aufspüren von inaktiven Followern oder solchen ohne Profilbild

Was man mit der Information anfängt, hängt wiederum vom eigenen Kommunikationsverständnis ab. Manche Kommunikationsexperten empfehlen, grundsätzlich allen Followern auch zurück zu folgen, da dies ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit ist. Doch ich bin anderer Meinung und sehr dafür selbst zu entscheiden, wem man folgen möchte und wem nicht. Der hohe Anteil von Spam auf Twitter bzw. von Twitter-Fakeprofilen sorgt dafür, dass man – ähnlich wie auf Facebook – durchaus einmal genauer schauen sollte, wer oder was sich hinter Followern oder Twitteraccounts verbirgt.

Fazit:

Dienste für das Twitter-Management zu nutzen, kann sinnvoll sein. Die Kommunikation sollten diese Dienste  m.E. aber nur bedingt übernehmen. Begrüßungen ja, wenn man diese nicht für Werbung in eigener Sache missbraucht. Am besten gefolgt von persönlichen Antworten, wenn die Kommunikation erst einmal in Gang gekommen ist.

Ein NoGo: Persönlich (per Direktnachricht) oder direkt per Tweet andere zu Handlungen wie „Bitte zurückfolgen!“ oder „Bitte meine Facebook-Seite liken!“ auffordern. Das kommt nicht gut an und gilt als schlechter Stil.

Insgesamt hat das steigende Spamaufkommen und die Einschleusung von verseuchten Links (auf Malware-Seiten) bereits dazu geführt, dass Twitter nun die Links in Direktnachrichten einer eigenen Kontrolle unterzieht, wie der Twitter-Blog auf tweetoo.de berichtet.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Twitter-Direktnachrichten gemacht? Nutzen Sie die für die direkte Kommunikation oder eher nicht? Welche NoGos fallen Ihnen noch ergänzend ein?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Im Web findet man sie auch auf XING, Twitter, Google+ und Facebook.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.