Screenshot der Website zu "Mütter in Medienberufen" - Abschlussprojektarbeit meiner Weiterbildung "Online-Redakteurin" © 2008-2013

Meine MiM-Mutmach-Geschichte: Beitrag zur Blogparade von Christa Goede

Immer ein Highlight in meinem Feedreader: Die neuesten Artikel aus dem Blog von Christa Goede Text.Konzept.Projekt. Erfrischend. Ehrlich. Authentisch. Das les ich besonders gern. Und nicht nur ich. Auf einen ihrer letzten Blogartikel erhielt sie sogar so viel Resonanz, dass sie beschloss, das Thema über eine Blogparade aufzugreifen: Mutmach-Geschichten: Für mehr Authentizität im Job!

Liebe Christa, da schließe ich mich gerne an. Meine Mutmach-Geschichte beginnt vor mehr als 5 Jahren und ist längst noch nicht abgeschlossen ;-). Weshalb und wie ich meine ganz persönliche Mutmach-Geschichte selbst initiiert, verfasst und aufgesetzt habe und warum mich das zu meinem heutigen Job inspiriert hat …

Es war einmal …

eine zwiegespaltene Frau. Halb Mutter, halb Arbeitstier, liebte sie es, nach 5 Jahren Elternzeit wieder ins Berufsleben zurückgekehrt zu sein. Leider nicht mehr in ihrer vorherigen Funktion als Werbeleiterin, nicht mal mehr in derselben Firma, aber immerhin. Wieder im Umfeld der Werbung. (Abstriche, nun ja, das hatte sie schnell verstanden, musste man eben hinnehmen, wenn man als Mutter kleiner Kinder nach einigen Jahren wieder in den Beruf zurück wollte).

Aber sie wäre nicht sie selbst gewesen, wenn ihr die Abstriche an Arbeitsqualität, zugesprochener Kompetenz und verfügbarer Arbeitszeit wirklich gefallen hätten…

So arbeitete sie in Teilzeit in verschiedenen Agenturen, hetzte vom Arbeitsort nach Hause, um wie tausende anderer Mütter noch irgendwie rechtzeitig die lieben Kleinen aus dem Kindergarten abzuholen. Durfte sich von Kollegen beim ewigen Wett- (besser Dauer-)lauf mit oder gegen die Zeit (zum Auto, hinein in den Nachmittags-Stau auf der Autobahn) noch einen schönen „Feierabend“ wünschen lassen, der doch in Wirklichkeit erst begann, wenn die Kinder ins Bett gesteckt und der Haushalt in Schach gehalten wurde, lächelte müde und blieb … irgendwie etwas frustriert.

… eine innere Stimme!

Nach einigen Stationen und wechselnden Ansprüchen, Herausforderungen und Arbeitsorten sprach eine innere Stimme zu ihr: „Was wäre, wenn Du einmal etwas ganz anderes wagst?!“ Irritiert vernahm sie den schelmischen Unterton, der sich in diesen bezaubernden Gedanken hineingeflüstert hatte und trug die Idee eine zeitlang wie einen Schatz –  versteckt in ihrem Innersten – mit sich herum.

Es begab sich, dass ihre Leidenschaft für Text und Gestaltung, Werbung und Projektmanagement nebenberuflich zu einigen Anfragen führte, die sie von zu Hause aus abwickelte. „Das Netz – ein unabhängiger Arbeitsort – voll von interessanten Arbeitsperspektiven – es ruft dich!“ dröhnte die innere Stimme immer lauter und führte zur Anmeldung für die Weiterbildung „Online-Redakteurin“ am mibeg-Institut in Köln.

Märchen enden für gewöhnlich mit „So lebte sie glücklich und zufrieden …“ . Hier aber war der märchenhafte Teil vorerst zu Ende.
Und (m)eine reale Mutmach-Geschichte beginnt….

„Hilf mir, es selbst zu tun!“ Das Montessori-Motto half mir auf die Sprünge

Oft habe ich später noch daran denken müssen. Als Montessori-Abiturientin las ich den Leitspruch jeden Tag am Eingang unserer Schule und konnte ihn verinnerlichen. Wenn ich etwas wirklich selbst umsetzen können wollte – einen zufriedenstellenden Job, Karriere und Familie – musste ich mich zuallererst ernsthaft damit auseinandersetzen: Was war möglich  und was könnte mein eigener Weg werden?

Chance auf Auseinandersetzung: Webprojekt und Austausch mit anderen
Screenshot der Website zu "Mütter in Medienberufen" - Abschlussprojektarbeit meiner Weiterbildung "Online-Redakteurin" © 2008-2013

Screenshot der Website zu „Mütter in Medienberufen“ – Abschlussprojektarbeit meiner Weiterbildung „Online-Redakteurin“ © 2008-2013

Die Weiterbildung zur „Online-Redakteurin“ schloss damals mit Konzept und Umsetzung eines eigenen Online-Projektes (Website) ab. Damit war meine Idee direkt geboren: „MiM. Mütter in Medienberufen. Müttern.Mut.Machen“ war denn auch mein Credo.

Mein Ziel: Zu hinterfragen, wie es andere Mütter in der Medienbranche schafften, mit dem Spagat aus beruflichen Wünschen, eigenen Ansprüchen und den Anforderungen von Familie zurecht zu kommen.

Netzwerken hilft

Also suchte ich für mein Projekt Mütter, die es geschafft hatten, Work-Life-Balance in der Medienbranche zu erlangen. Die Anfrage stellte ich in eine XING Gruppe und  Jutta Bissinger, Journalistin und aktiv im Journalistinnen-Bund, reagierte darauf. Sie griff meine Anfrage nach Interviewpartnerinnen zum Projekt Mütter in Medienberufen. Wie sie leben, was sie denken und wie sie Kind und Beruf gleichzeitig managen“ auf und stellte sie in eine interne Rundmail des Journalistinnen-Netzwerks. Dies bescherte mir ungeahnt spannende Rückmeldungen zum vorrecherchierten Fragebogen.

Das Ergebnis: konnte sich sehen lassen.

Über zwanzig äußerst interessante Frauen aus allen Bereichen der Medien meldeten sich bei mir und beantworteten meinen Fragebogen. Damit gewährten sie Einblicke in ihre ganz persönlichen Lebensentwürfe, äußerten Gesellschaftskritik und präsentierten bemerkenswerte Lösungen, Beispiele, die nicht nur mir Mut machten. Und viele anspornen, es ihnen gleich zu tun.
Den „Nerv der Zeit“ getroffen

Das Projekt stieß auf reges Interesse – nicht nur innerhalb der Zielgruppe. Namhafte Journalistinnen beteiligten sich und brachten lustige, sozialkritische und ethisch tabuisierte Ansätze zum Thema:

Wie fühlt man sich als allein erziehende Mutter, wenn man für mehrere Wochen zur Berichterstattung nach Afghanistan aufbrechen muss und dabei auch Leib und Leben aufs Spiel setzt?

Auch als die Vorabrecherche abgeschlossen war, erhielt ich weitere Mails und Meldungen. Leider fehlte mir die Zeit all die spannenden, teils anrührenden, persönlichen und mutmachenden Geschichten in die damals konzipierte Website noch zu integrieren.

Das Echo: unglaublich! Ich interviewte Susanne Ackstaller, Bloggerin und Gründerin des Texttreff, hörte durch sie erstmals von twitter (das war noch gar kein Thema bei der Weiterbildung zur Online-Redakteurin in 2008! 😉 ),  Andrea Blome, Herausgeberin des Online-Magazins „Existenzielle“ für Frauen in der Wirtschaft sowie Jutta Fiedler, freie Redakteurin und Ursi Zeilinger, Redakteurin beim SWR „Kindernetz“.

Projekt abgeschlossen – Entscheidung getroffen!

Das rege Interesse und die Resonanz auf mein Projekt nahm ich zum Anlass, es mit der Präsentation zur Prüfung auch direkt online zu stellen. Die Prüfer bescheinigten mir, dass ich durchaus gute Chancen hätte, daraus ein längerfristiges Projekt zu machen…  Aber, wie so oft im Leben berufstätiger Mütter wurde aus dem Herzensprojekt nur der „Türöffner“ für eine neue, bunte, abwechslungsreiche Online-Welt – und der Anstoß für meine eigene freiberufliche Tätigkeit, die ich nur wenig später begann.

Wie es seitdem weiter ging? Eine Kurzfassung:

  • Nach Abschluss der Weiterbildung machte ich mich selbständig: Als freiberufliche Online-Redakteurin, Texterin und PR-Beraterin
    (mt-medienconcept | Martina Troyer)
  • Zwei Jahre später folgte mein digitales Zweitbaby: Das Online-Magazin ThirtyUP mit dem ich gleichzeitig meiner Leidenschaft für Party, Events & Lifestyle-Themen frönen konnte, und das, ohne mich für mein selbst ‚fortgeschrittenes Alter‘  rechtfertigen zu müssen 😉
  • Letztes Jahr dann ein Netzwerk-Zugewinn, der mich vollends begeisterte: Die Digital Media Women gründeten ein Kölner Quartier, über twitter hörte ich davon, war beim Gründungstreffen dabei und darf seitdem im Orgateam mitwirken. Das Netzwerk hat sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Digitalbranche sichtbarer zu machen, untereinander besser zu vernetzen und das ganze auch unter dem Motto: „Machen statt schnacken!“
  • Über diese Stationen habe ich so viele interessante Kontakte geknüpft, die ich zum Teil leider nicht ganz so intensiv pflegen kann, wie es mir lieb wäre
  • Ich liebe meinen Job, meine Art arbeiten zu dürfen, die damit verbundenen Freiheiten, die interessanten Begegnungen und die Zuversicht, jeden Tag auf dieser Erde etwas hinzugelernt zu haben.

(M)ein Traum.

Mut gemacht?

Durfte ich Ihnen also damit etwas Mut machen, ähnliches zu versuchen? Neues mutig anzugehen, um das Beste dabei hinzuzugewinnen?

Ich würde mich unendlich darüber freuen!

Was ist Ihre persönliche Mutmach-Geschichte? Christas Blogparade endet zwar am 30. November, aber das sollte Sie nicht daran hindern, auch etwas zu veröffentlichen. Schreiben Sie Ihre Geschichte auf und inspirieren Sie damit sich und andere. Es ist nicht schwer! Fangen Sie einfach an.

Herzliche Grüße, Martina Troyer

Autor: Martina Troyer

Martina Troyer ist Kommunikationswirtin und freiberuflich als Online-Redakteurin, PR & Social Media Consultant tätig. Sie entwickelt Webstrategien, optimiert Websites, erstellt Corporate Blogs und berät Unternehmen & UnternehmerInnen zu PR, Social Media & Online-Reputation - rund um einen gelungenen Auftritt im Web 2.0. Daneben interessiert sie sich für Event- & Lifestyle-Themen und gibt das Ü30-Online-Magazin ThirtyUp heraus. Im Web findet man sie auch auf XING, Twitter, Google+ und Facebook.

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